Erneute Einsätze nach Schneefällen

Am 08. Februar 2006 wurde die Feuerwehr erstmals zu einem Schneedruck-Einsatz alarmiert. Einsatzobjekt war hier das Altstoffsammelzentrum Haslach.
Da über Nacht der Schneefall kaum nachließ, waren am Donnerstag den 9. Februar weitere öffentliche Gebäude, wie die Volksschule,… abzuschaufeln. Durch die Katastrophenmeldungen in den Medien wurden auch immer mehr Privatpersonen aufmerksam und baten die Feuerwehr um ein Abschaufeln ihrer Dächer.

Am Freitag den 10. Februar standen bereits so viele Einsätze an, dass diese durch die FF- Haslach alleine nicht mehr zu bewältigen waren. So suchten wir um Unterstützung bei fremden Feuerwehren und beim Bundesheer an.
Noch am gleichen Abend bekamen wir Unterstützung von 60 Feuerwehrmännern aus dem Bezirk Freistadt, die den neuen Sparmarkt und das BBRZ abschaufelten.

Samstagvormittags rückte das Bundesheer mit 42 Mann in Haslach an. Diese schaufelten die Turnsäle, die Webfabrik Rechberger und das Hallenbad ab.

An den weiteren Tagen wurden Privathäuser abgeschaufelt und/oder gepölzt.

Ein Dank geht an alle 42 Kameraden, die alleine in diesen Tagen insgesamt 1412 Arbeitsstunden leisteten und 71 Häuser und Hallen abschaufelten.

Ein besonderes Dankeschön geht auch an die Kaserne Allentsteig, die 42 Soldaten zur Verfügung stellte. Außerdem möchten wir uns bei den Feuerwehren aus dem Bezirk Freistadt bedanken, die wertvolle Schaufelstunden in Haslach ableisteten. Bedanken möchten wir uns auch bei der Feuerwehr Freiling (LL), die mit ihrem Kran die FF Haslach unterstützte.

Nicht zu vergessen sind auch noch die freiwilligen Helfer wie z.B. der Skiklub, der Sportverein und der Turnverein aus Haslach, die auch 30 Mann zur Verfügung stellten.

Ein Lob geht auch an die Feuerwehrfrauen, die die Verpflegung der eingesetzten Helfer übernahmen.

Zum Schluss noch ein Artikel aus den Salzburger Nachrichten vom 15. Februar 2006, der sie vielleicht etwas zum Nachdenken anregen sollte:

Die Feuerwehr ist – nicht – immer und überall

Feuerwehrmänner fragen nicht. Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr ist oder Feuerwehrmannsein gar zu seinem Beruf gemacht hat, der rückt aus. Derzeit nicht zu Brandkatastrophen oder Überschwemmungen, sondern zum Schneeschaufeln. Sobald bei einem Dach Gefahr im Verzug ist, kommt die Feuerwehr.
In Niederösterreich waren am Dienstag 1500 Florianijünger im Einsatz. In Oberösterreich sprangen allein in Bad Ischl 200 Mann aus Nachbargemeinden ihren erschöpften Kollegen zur Seite. Täglich werden Verletzungen, auch schwere, von Feuerwehrleuten gemeldet. In der Steiermark und in Salzburg stehen die Einsatzkräfte wegen des erwarteten Wetterumschwungs unter erhöhtem Zeitdruck. Regen und steigende Temperaturen lassen befürchten, dass der Schnee ab Donnerstag noch schwerer auf den Dächern lasten wird.
So selbstverständlich die Feuerwehrmänner ausrücken, so sehr wird die Frage nach den Grenzen des freiwilligen Einsatzes laut. Denn eine Beobachtung drängt sich geradezu auf: Die einen haben rechtzeitig vorgesorgt und ihre Dächer von privaten Firmen räumen lassen – und dafür tief in die eigene Tasche gegriffen. Andere dagegen scheinen es darauf ankommen zu lassen. Sie warten so lange untätig zu, bis ‚Gefahr im Verzug‘ ist und die Feuerwehr zu Hilfe eilen muss. Die kleine Spende für das neue Löschfahrzeug, die dann vielleicht erwartet wird, ist immer noch viel günstiger als die rechtzeitige Beschäftigung einer Privatfirma.
Dazu kommt, dass auch viele Unternehmer nicht mehr grenzenlos bereit sind, ihren freiwilligen Feuerwehrleuten für jeden erdenklichen Einsatz freizugeben. Denn wieder drängt sich eine Gegenrechnung auf: Weil der eine Firmenchef sein Dach nicht rechtzeitig hat räumen lassen, soll der andere auf seine Mitarbeiter verzichten, die als Helfer in der Not ausrücken. Kein Wunder, dass in der Steiermark sogar der Landeshauptmann bereits an die Wirtschaft appellieren musste, die freiwilligen Helfer für ihre Einsätze freizustellen.
Bislang funktioniert das System trotz der wachsenden Kritik in Österreich verhältnismäßig reibungslos. Jeder weiß, dass er selbst einmal in Not geraten kann und dann für jede Hilfe, vor allem auch die freiwillige, dankbar sein wird. Ob Bergrettung, Rotes Kreuz oder Freiwillige Feuerwehr: Alle diese Dienste sind nicht nur hoch effizient. Sie sind für uns alle auch die weitaus preisgünstigste Lösung für Notfälle.
Jetzt aber droht die Gefahr, dass dieses dichte Netz der freiwilligen Hilfeleistung überspannt wird. Zu viele Fehlalarme, die durch mangelnde Vorsorge oder gar finanzielle Spekulation ausgelöst werden, könnten selbst beim eifrigsten Feuerwehrmann die Moral verderben – oder zumindest bei seinem Dienstgeber.
Die Feuerwehr ist allzeit bereit. Aber sie muss nicht immer und überall sein, nur weil es dem sorglosen Bürger so gefällt.

Erneute Einsätze nach Schneefällen
Erneute Einsätze nach Schneefällen
Erneute Einsätze nach Schneefällen